IL-6: Nichtinvasive Diagnostik intrauteriner Infektionen aus abgehendem Fruchtwasser

Medizin, Ralf Dostatni, 21.04.2016

Die Hauptursache perinataler Morbidität und Mortalität ist der frühe vorzeitige Blasensprung. Die klinische Vorgehensweise ist konservativ, wobei die Entscheidung zur weiteren Aufrechterhaltung der Schwangerschaft gegen das Risiko einer auftretenden intrauterinen Infektion abgewogen werden muss.

Die bisher genutzten diagnostischen Methoden, wie das Serum CRP oder die maternalen Leukozyten sind für eine frühzeitige Erkennung einer fetalen Infektion ungeeignet, während die Amniozentese zu invasiv ist und deshalb häufig nicht genutzt wird. Deshalb werden Marker gesucht, die bei der Diagnostik intrauteriner Infektionen für das klinische Management der Patienten hilfreich sind und vom behandelnden Kliniker mit einer nicht invasiven Methode, die 24 Stunden am Tag zur Verfügung steht, eingesetzt werden kann.

Zu diesem Thema haben Kunze et al., (Am. J. Obstet. Gynecol., 2016 Jan 29, p 231-233) im Januar 2016 die Ergebnisse einer Studie an 99 Frauen mit frühem vorzeitigen Blasensprung veröffentlicht. Dabei wurde Fruchtwasser nicht invasiv nach Auspressen der Vorlage mit einer Knoblauchpresse gewonnen und anschließend IL-6 mit dem Milenia QuickLine IL-6 Point of Care Test bestimmt. Es stellte sich heraus, dass IL-6 mit einem Grenzwert von 1.000 pg/ml einen sehr guten Vorhersagewert für die Entwicklung intrauteriner Infektionen hat und daher dem Kliniker eine gute Hilfestellung beim klinischen Management von Patientinnen mit frühem vorzeitigen Blasensprung geben kann.

Der Milenia® QuickLine IL-6 Test kann jederzeit am „Point of Need“ eingesetzt werden. Der Test ist so einfach in der Handhabung wie ein Schwangerschaftstest und liefert aus 100 µL Fruchtwasser innerhalb von 20 Minuten quantitative Ergebnisse, nachdem die Testeinheiten über ein einfaches Auswertegerät gemessen wurden.