IL-6

Schnelltest im Lateralfluss-Verfahren

 

ArtikelnummerMQL6 1
Packungsgröße20 Tests
Testablauf20 min RT
Meßbereich≤ 50 bis ≥ 10.000 pg/ml
Nachweisgrenze50 pg/ml
Probenvolumen100 μl Serum, Plasma, Liquor oder Kulturüberstand
Angebot anfordern Produkte empfehlen




Hintergrundinformation zu Interleukin 6 (IL-6)

Hintergrundinformation zu Interleukin 6 (IL-6)

Interleukin 6 wird im Verlauf von Entzündungen von aktivierten Immunzellen gebildet, die sich direkt am Ort des entzündlichen Prozesses befinden. Darüber hinaus wird Interleukin 6 auch von Endothelzellen, zum Beispiel in Folge von Gewebeschädigungen, freigesetzt.

Eine der Hauptfunktionen von Interleukin 6 besteht darin in der Akut-Phase-Reaktion die Synthese von CRP in der Leber auszulösen. Aus diesem Grund sind im Verlauf von Erkrankungen, die mit einer Entzündung einhergehen, erhöhte Interleukin 6 Werte messbar, bevor das CRP ansteigt. Dies kann im Zusammenhang mit der Diagnose verschiedener Erkrankungen hilfreich sein.

Einsatzmöglichkeiten von Interleukin 6 in der Diagnostik

Einsatzmöglichkeiten von Interleukin 6 in der Diagnostik

Interleukin 6 kann bei systemischen entzündlichen Prozessen im Serum oder Plasma der Patienten gemessen werden, während bei lokalen Entzündungen möglichst Probentypen zum Einsatz kommen, die das lokale entzündliche Geschehen widerspiegeln, zum Beispiel die Verwendung von Fruchtwasser im Rahmen der Diagnose eines Amnioninfektionssyndroms.

Bei gesunden Kindern oder Erwachsenen sind die Interleukin 6 Werte, die mit Immunoassays gemessen werden <1 pg/ml. Im Rahmen einer schweren Sepsis können Interleukin 6 Werte von über 100.000 pg/ml gemessen werden. Dabei korreliert die Höhe des Interleukin 6-Spiegels im Verlauf einer Sepsis mit der Überlebenswahrscheinlichkeit des Patienten.

Die Hauptanwendungsgebiete von Interleukin 6 Messungen bei Patienten sind die Diagnosen einer Neugeborenensepis, eines Amnioninfektionssyndroms und der Beurteilung von Pneumonien bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma. In allen genannten Anwendungen handelt es sich um Patienten, bei denen fulminante entzüdliche Prozesse ablaufen können, die, wenn sie zu spät erkannt werden, zu schweren Konplikationen und bis zum Tod führen können. Daher sind Tests für die behandelnden Ärzte erforderlich, die zu jeder Zeit zur Verfügung stehen und innerhalb kurzer Zeit, möglichst weniger Minuten, ein Ergebnis liefern.

Diagnose einer Neugeborenensepsis

Eine Sepsis bei Neugeborenen geht mit einer hohen Morbidität und Mortalität einher. Von allen Neugborenen in Deutschland sind 1.000 bis 8.000 jährich von einer Neugeborenensepsis betroffen. Da die klinischen Symptome einer Neugeborenensepsis sehr unspezifisch sind, liegen die Verdachtsfälle um einen Faktor von ca. 40 höher, als die tatsächlich eingetretenen Fälle. Daher führt eine Behandlungsentscheidung, die ausschließlich auf dem klinischen Bild basiert zu einer erheblichen Überbehandlung der Neugeborenen mit Antibiotika and zu unnötigen Überweisungen auf Intensivstationen.

Wenn neben dem klinischen Bild die Messung von Entzündungsparametern im Blut (Serum oder Plasma) der Patienten mit in die Behandlungsentscheidung einfließt, können unnötige Therapien und Überweisungen auf Intensivstationen in einem hohen Maß eingespart werden. In diesem Zusammenhang hat sich eine alleinige Messung von CRP als wenig hilfreich erwiesen. Ein positiver CRP-Wert bei Neugeborenen stimmt auf hohem Niveau mit dem Auftreten einer Neugeborenensepsis überein, während ein negativer CRP-Wert (<10 mg/dl) allerdings eine Neugeborenensepsis nicht ausschließt. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass das CRP erst 12-24 Stunden nach der Auslösung der Sepsis ansteigt. Da Interleukin 6 bereits ca. 3 Stunden nach dem Auslösen einer Sepsis im Blut messbar ist, kann mit der Kombination von Interleukin  6 und CRP eine Neugeborenensepsis mit sehr hoher Empfindlichkeit und hoher Spezifität im gesamten Verlauf der Infektion nachgewiesen werden. Dabei hat sich für Interleukin 6 ein Cut Off von 100 pg/ml etabliert, der in verschiedenen Studien bestätigt werden konnte.

Die Strategie zur Vorgehensweise bei der Diagnose einer Neugeborenensepsis ist in folgendem Schaubild gezeigt.

 


Diagnose eines Amnioninfektionssyndroms

Ein Amnioninfektionssyndrom wird von Bakterien, in der Regel in der späten Phase der Schwangerschaft oder während der Geburt, ausgelöst. Als Hauptverursacher gelten Bakterien, die auch zur normalen Keimflora der Vagina gehören, zum Beispiel B-Streptokokken, E. coli und Staphylokokken. Allerdings können auch andere Bakterien, wie zum Chlamydien, Gonokokken und Mykoplasmen Ursache eines Amnioninfektionssyndroms sein. Das Amnioninfektionssyndrom ist die Hauptursache eines (frühen) vorzeitigen Blasensprungs, in dessen Verlauf es dann vermehrt zu aufsteigenden Infektionen mit Bakterien kommen kann.

Das Auftreten eines Amnioninfektionssyndroms kann sich sowohl beim Fötus, als auch bei der Mutter zu einer Sepsis entwickeln und ist daher als Notfall zu behandeln.

Als Symptome des Amnioninfektionssyndroms treten Fieber, erhöhte Herfrequenz bei der Mutter und dem Feten und Uterusschmerzen auf. Falls Fruchtwasser austritt, hat dies oft einen üblen Geruch.

Die Diagnose eines Amnioninfektionssyndroms wird auf der Basis des klinischen Bildes und von Blutuntersuchungen, zum Beispiel die Messung von CRP im Serum der Mutter, durchgeführt. Die Vorgehensweise beschreibt die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe von 2010 (Zur Zeit in Überarbeitung, abgelaufen 2015) 

Da nach frühem vorzeitigem Blasensprung aufsteigende bakterielle Infektionen zu einer Sepsis – auch FIRS (Fetal Inflammatory Response Syndrome) genannt – führen können, muss der Gynäkologe in der Verlaufsbeutreilung zwischen der Aufrecherhaltung der Schwangerschaft und der Einleitung der Geburt entscheiden. Hierbei können Laborparameter hilfreich sein, die das lokale Entzündungsgeschehen wiedergeben. Hiezu gehört Interleukin 6. In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden,  dass Interleukin 6 im abgehenden Fruchtwasser sehr gut die Patientengruppe mit Sepsis (FIRS) von der Kontrollgruppe unterscheiden kann. Die in den Studien für diese Anwendung ermittelten Cut Off Werte befinden sich im Bereich von 2.500 – 3.000 pg/ml. Diese Vorgehensweise hat das Potential eine breitere Anwendung zu finden, das das Fruchtwasser nicht invasiv, durch Amniocentese, sondern nicht-invasiv durch Abnahme mit einem Urinabnahmeröhrchen (Sarstaedt) oder durch Auspressen feuchter Bereiche aus Baumwollbinden erfolgen kann.


Beurteilung von Pneumonien bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma

Ein Schädel-Hirn-Trauma tritt häufig bei Patienten nach Unfällen auf. Im Verlauf kann es nach einem Schädel-Hirn-Trauma zur vollständigen Genesung des Patienten bis hin zum Tod kommen. Pneumonien treten sehr häufig in Verbindung mit einem Schädel-Hirn-Trauma auf, wahrscheinlich in Folge einer Immunreaktion im Gehirn, die über die Erhöhung von Immunmediatoren, zum Beispiel Interleukin 6, im Serum oder Plasma gemessen werden können.

In einer Studie der Charité Berlin konnten bei einem ermittelten Cut Off-Wert von 100 pg/ml Interleukin 6 Schädel-Hirn-Trauma Patienten mit einer Pneumonie und ohne Pneumonie mit einer Sensitivität von 82% und einer Spezifität vom 100% unterschieden werden. Dies könnte dabei helfen eine individualisierte Therapie der Patienten mit Pneumonie zu erarbeiten und somit unnötige antibiotische Therapien einzusparen.

Weiterführende Literatur zu Interleukin 6

Weiterführende Literatur zu Interleukin 6

Neugeborenensepsis


Amnioninfektionssyndrom

  • Chaemsaithong P. et al., A Rapid Interleukin-6 Bedside Test for the Identification of Intra-amniotic Inflammation in Preterm Labor with Intact Membranes. J Matern Fetal Neonatal Med. 2015.
  • Kunze M. et al., Cytokines in Noninvasively Obtained Amniotic Fluid as Predictors of Fetal Inflammatory Response Syndrome. Am J Obstet Gynecol. 2016, 215: 96. e1-8.
  • Musilova I. et al., Vaginal Fluid IL-6 Concentrations as a Point-of-Care Test is of Value in Woman with Preterm PROM. Am J Obstet Gynecol. 2016,

 

Pneumonien bei Patienten mit Schädel-Hirn-Traum

Mehr zu Interleukin 6 bei milenia-biotec.de

Mehr zu Interleukin 6 bei milenia-biotec.de

  • IL-6 Messungen in Vaginalflüssigkeit bei Patientinnen mit frühem vorzeitigem Blasensprung  - 03.08.16 │mehr
  • IL-6: Nichtinvasive Diagnostik intrauteriner Infektionen aus abgehendem Fruchtwasser  - 21.04.16 │mehr

Interpretation der Ergebnisse

Interpretation der Ergebnisse

StudiengruppeCut Off Wert Interleukin 6
Gesunde Blutspender< 1 pg/ml
Neugeborenensepsis100 pg/ml
Amnioninfektionssyndrom2.500 – 3.000 pg/ml
Pneumonien bei Schädel-Hirn-Traumapatienten100 pg/ml