HybriDetect 2T

 

Universeller Schnelltest zum Nachweis von zwei Biotin-, FITC und Digoxigeninmarkierten Analyten; nur für Forschungszwecke

 

ArtikelnummerMGHD2 1
Packungsgröße100 Tests
Probenvolumen100 μl
  





Hintergrundinformation zu GenLine HybriDetect

Hintergrundinformation zu GenLine HybriDetect

Technologie

Der Milenia GenLine HybriDetect Schnellteststreifen ist ein Lateral Flow Test, der molekularbiologisch erzeugte Produkte nachweisen kann. In der Regel handelt es sich um Produkte, die bei der Anwendung von Amplifikationsmethoden entstehen, zum Beispiel bei einer PCR, einer LAMP oder einer RPA. Um die Amplifikate mit dem HybriDetect Teststreifen nachweisen zu können, müssen bei der Amplifikation markierte Primer eingesetzt werden. So werden in jedem Amplifikationszyklus markierte Primer in Doppelstränge eingebaut. Die Markierungen werden dann vom Milenia GenLine HybriDetect-Teststreifen erkannt. Das Prinzip für den Nachweis von PCR-Amplifikaten ist in der folgenden Abbildung  gezeigt:

 

Dabei ist der Nachweis der Amplifikationsprodukte sehr einfach: Der Amplifikationsmix wird angesetzt und auf PCR-Röhrchen verteilt. Dann werden die Proben zugegeben und bei einer PCR in einen Thermocycler gestellt oder bei isothermen Amplifikationsmethoden, wie LAMP oder RPA, in einen Inkubator. Nach Abschluss der Amplifikation werden die GenLine HybriDetect Teststreifen beschriftet und das Amplifikationsprodukt wird auf die Probenaufgabenstelle überführt. Danach werden die Teststreifen in ein Gefäß (z. B. Mikrotiterplatte) gestellt, das einen Laufpuffer enthält, der im Kit enthalten ist. Die Ergebnisse können nach 5 -10 Minuten visuell abgelesen werden. Danach können die Teststreifen zur Dokumentation fotogafiert und auf einen Papierbogen augeklebt werden. Dieser typische Ablauf der Handhabung ist hier noch einmal dargestellt:

 

Testentwicklung

Im Verlauf der Entwicklungsprojekte wird in der Regel zunächst ein Agarosegel zum Nachweis der Amplifikate verwendet. Dabei handelt es sich um eine in molekularbiologisch arbeitenden Laboratorien sehr verbreitete Methode, mit der Nukleinsäurestränge ihrer Größe nach aufgetrennt werden können. Die Methode ist an ein Labor gebunden und kann nur von gut geschultem Personal durchgeführt werden. Pro Ansatz eines Agarosegels muss mit einer Zeit von ca. 2 Stunden gerechnet werden, vom Ansetzen der Reagenzien, Gießen des Gels, der Probenaufgabe, des Laufs und der Dokumentation des Gels. Ferner werden Geräte und eine ganze Reihe von Reagenzien benötigt, um Agarosegele zu gießen und dann laufen zu lassen. Besonders wenn die Methoden schnell ablaufen sollen, empfindlich sein sollen und einfach in der Handhabung sein sollen, besteht schnell der Bedarf nach einer alternativen Methode.

Milenia GenLine HybriDetect bietet eine solche Alternative zum Agarosegel, um Amplifikationsprodukte nachzuweisen. Folgende Eigenschaften zeichnen die Milenia GenLine HybriDetect Teststreifen gegenüber dem Agarosegel aus:

  • Einfache Handhabung
  • Schnelle Ergebnisse – 5-10 Minuten Inkubationszeit
  • Hohe Emfindlichkeit – 100-1.000 mal empfindlicher als ein Agarosegel
  • Für die Bearbeitung einzelner oder weniger Proben gut geeignet
  • Streifen und Laufpuffer gebrauchsfertig im Kit – keine Vorbereitung von Reagenzien
  • Nur Pipetten und Stift zur Bearbeitung erforderlich – keine weiteren Geräte nötig
  • Kein Ethidiumbromid oder andere gefährliche Stoffe im Kit enthalten

Einen Vergleich der Eigenschaften des Agarosegels und des HybriDetect-Streifens gibt es hier.

Einsatzmöglichkeiten von GenLine HybriDetect

Einsatzmöglichkeiten von GenLine HybriDetect

Milenia GenLine HybriDetect Kits können für alle Arten molekularbiologischer Nachweise eingesetzt werden, zum Beispiel für den Nachweis von Mutationen in Genen, sowie Nachweise von Bakterien und Viren, als auch für Artbestimmungen. Eine Auswahl verfügbarer Publikationen ist hier verfügbar.

Bei Milenia Biotec nutzen wir ebenfalls den Milenia GenLine HybriDetect Teststreifen, um eigene PCR-Nachweise zu entwickeln und stellen gerne einige Beispiele vor:

Einfacher PCR-Test zum Nachweis bierschädigender Keime

Bier ist ein Medium, in dem Keime bedingt durch den Alkoholgehalt und den niedrigen pH-Wert schlechte Wachtumsbedingungen finden. Ferner stellen Kohlendioxid und die im Hopfen enthaltenen Bitterstoffe weitere Wachstumsbarrieren für Mikroorganismen dar. Trotzdem ist es einigen Keimen gelungen, sich an die Umgebung des Bieres anzupassen und darin zu wachsen. Diese Keime haben bierschädigendes Potential, indem ihr Wachstum zu Trübungen und auch zu Geschmacksveränderungen führen kann. Deshalb ist die Untersuchung des Biers entlang seiner gesamten Produktionskette, vom Rohmaterial bis zum Fertigprodukt, sowie die Überwachung des Hygienestatus der Abfüllanalage Gegenstand der mikrobiologischen Qualitätskontrolle in jeder Brauerei. Hierbei sind die traditionellen kulturellen Methoden oft langwierig und erfordern Experten Know How, ebenso wie die mikroskopischen Verfahren. Neue, molekularbiologische Methoden, wie die real time PCR sind qualitativ sehr gut, erfordern allerdings ebenfalls ein hohes Know How bezüglich der Handhabung der Tests und der Auswertung der Ergebnisse und setzen erhebliche Investitionen in Geräte voraus. Daher besteht der Bedarf nach einem schnellen, einfachen und zuverlässigen Nachweisverfahren bierschädigender Keime, das in jeder Brauerei angewendet werden kann.

Mit diesem Thema befassten sich in einem Gemeinschaftsprojekt Herr Dr. Hutzler und Frau Koob vom Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität der TUM, die Arbeitsgruppe von Frau Professor Meyer zu Bexten von der THM Gießen und Milenia Biotec. Für die Arbeiten an diesem Projekt ist Frau Koob im Jahr 2015 vom deutschen Brauerbund mit dem Henrich-Funke-Pschorr-Preis ausgezeichnet worden.

Mit den Milenia GenLine-Tests zum Nachweis bierschädigender Keime kann jeder Brauer die Qualitätskontrolle der Biere durchführen und den Hygienestatus seiner Abfüllanlage überwachen. Die Tests sind so einfach in der Handhabung, dass sie nach einer 2-stündigen Einarbeitung von jedem Nutzer durchgeführt werden können, auch wenn vorher kein molekularbiologisches Vorwissen vorhanden ist. Hier  ist ein Video, das die Abarbeitung der Tests zeigt verfügbar.

Folgende Tests zum Nachweis bierschädigender Keime stehen zur Verfügung:

 

Milenia GenLine Tests entdecken Alicyclobacillen in Säften und identifizieren frühzeitig Keime, die Guajacol bilden können

Bei der Gattung Alicyclobacillus handelt es sich um grampositive, acidophile, sporenbildende Bakterien, die Fruchtsäfte, Smoothies oder Soft-Drinks schädigen.

Sie sind befähigt in einer sauren Umgebung zu wachsen und können Pasteurisationsprozesse problemlos überstehen. Im Anschluss an eine Pasteurisierung können die Sporen bei günstigen Bedingungen auskeimen. Die vegetativen Zellen sind dann befähigt das Produkt zu schädigen. Eintrübungen und Geschmacksveränderungen sind charakteristisch für das Alicyclobacillus-spezifische Schadbild. Einige Arten besitzen die Fähigkeit den Stoff Guajacol zu bilden, der bereits bei geringen Konzentrationen im Endprodukt zu erheblichen Fehlaromen führt. Als bedeutendster „Schädling“ dieser Arten gilt A. acidoterrestris

Die sichere Erkennung dieser nicht-pathogenen Bodenbakterien ist über klassische kulturelle Nachweismethoden sehr zeitaufwändig. Laut Richtlinie der IFU (International Fruit Juice Union) kann eine sichere kulturelle Befundung z.T. erst nach 15 Tagen erfolgen. Aus diesem Grund besteht der Wunsch nach einer schnelleren, aber sicheren Analytik.  Hierbei kann die PCR durch ihre Empfindlichkeit und Präzision einen erheblichen Gewinn für die Alicyclobacillus-Analytik darstellen.

Die Milenia GenLine Alicyclobacillus-Tests dienen dem sensitiven und spezifischen Nachweis von Alicyclobacillus spp. Bei positivem Screening kann zudem der bedeutendste Schädling der Gruppe, Alicyclobacillus acidoterrestris, sicher identifiziert werden. Darüber hinaus ist ein Nachweis Guajacol-bildender Alicyclobacillus spp. in den Identifikationsnachweis integriert, sodass auch seltenere aber potentiell ebenso produktschädigende Alicyclobacillen erkannt werden.

Folgende Tests zur Bestimmung von Alicyclobacillen stehen zur Verfügung:

Weiterführende Literatur zu GenLine HybriDetect

Weiterführende Literatur zu GenLine HybriDetect

RPA

LAMP

PCR

 

 

Mehr zu GenLine HybriDetect bei milenia-biotec.de

Mehr zu GenLine HybriDetect bei milenia-biotec.de

Milenia GenLine-Tests zum Nachweis bierschädigender Keime

Milenia GenLine-Tests zum Nachweis von saftschädigenden Alicyclobacillen

Milenia GenLine-Tests in der Entwicklung

  • Milenia GenLine Mykoplasmen in Zellkulturen
  • Milenia GenLine Hefen

Häufige Fragen

Häufige Fragen

F:   Kann man statt FITC auch FAM als Markierung der Primer oder Sonden einsetzten?

A: Ja, da die Kreuzreaktivität des im Teststreifen eingesetzten Anti-FITC-Antikörpers gegenüber FAM sehr hoch ist.

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F:   Ich sehe bei der Anwendung von Milenia GenLine HybriDetect positive Ergebnisse für Proben, die im Agarosegel negative Ergebnisse gezeigt haben. Was kann die Ursache hierfür sein?

A:  Im Agarosegel werden die Amplifikate entsprechend ihrer Größe nach Molekulargewicht aufgetrennt. Freie Primer und eventuelle Primerdimere laufen in der Front des Gels. Milenia GenLine HybriDetect weist Komplexe nach, in denen ein Biotin- bzw. Digoxigenin- und ein FITC eingebaut sind. Wenn die im Test eingesetzten Primer untereinander binden und damit Primerdimere formen, führt dies zu positiven Testergebnissen mit Milenia GenLine HybriDetect ohne dass Amplifikate entstanden sind. Sollte dieser Effekt auftreten, muss das Primer- oder Sondendesign geändert werden, um eine Dimerisierung zu vermeiden.